Beinverlängerungen

Beine sind mithilfe von hohen Schuhen zumindest optisch schnell verlängert. Doch vorallem in Russland, China und Japan hat sich unter jungen Frauen inzwischen ein Trend entwickelt, sich aus Schönheitsidealen die Knochen brechen zu lassen, um anschliessend mit bis zu 15 Zentimeter längeren Beinen unterwegs zu sein.

Der russische Orthopäde Gavril Ilizarov hatte mit ganz anderen Gedanken Mitte des 19. Jahrhunderts eine Methode zur Beinverlängerung entwickelt. Gedacht war dieses in erster Linie für Kriegsopfer oder für Menschen mit Geburtsfehlern - z.B. unterschiedlich lange Beine.
Wird ein Knochen gebrochen, so wächst dieser in den vorhandenen Spalt hinein. Mithilfe eines Metallgestells (Ringfixateur) kann der Spalt der gewünschten Länge nach gesteuert werden.
Heute ist das russische Kurgan ein Begriff für operativ verlängerte Beine. Doch die angewandte Methode ist schmerzhaft, langwierig und birgt sehr hohe Risiken bis hin zum Rollstuhl mit sich.

Im Münchner Zentrum für korrigierende und rekonstruktive Extremitätenchirurgie, wo die neueste Methode der Beinverlängerung in Form eines funkgesteuerten Distraktionsmarknagel angewandt wird, werden pro Jahr rund 100 Operationen durchgeführt. Doch auch hier ist dies eine lange, mit Schmerzen begleitete Prozedur. So werden für eine Knochenverlängerung von fünf Zentimeter etwa 150 bis 200 Tage Heilungsprozess veranschlagt. Im Gegensatz zur russischen Methode kann nicht nur der Unterschenkel, sondern auch der Oberschenkel verlängert werden. Laut Prof. Baumgart sind es nicht einmal fünf Prozent, die sich in München aufgrund von Kleinwüchsigkeit oder kosmetischen Gründen operieren lassen. Allerdings bleiben hier im Gegensatz zur russischen Methode kaum Narben zurück.
So oder so: Billig ist eine operative Beinverlängerung nicht. Eine beiderseitige Beinverlängerung in München kann bis weit über 100.000 Euro kosten.

Quelle: www.stern.de vom 08.02.2008 u. 02.04.2008
Link:
http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Schmerzhafter-Trend-Knochen-Sch%F6nheit/610377.html
Link:
http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Beinverl%E4ngerung-Knochen-Traumfigur/615965.html

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